Kompressoren - Eine Entscheidungshilfe

Was haben Kompressoren und Autobatterien gemeinsam?

Man schenkt Ihnen wenig Beachtung aber ohne sie würde vieles nicht funktionieren. Wenn man sich all die kunstvollen Airbrush-Arbeiten ansieht glaubt man, daß es beim Werkzeug nur auf die richtige Spritzpistole und die richtige Farbe ankommt. Ohne eine zuverlässige Luft­quelle ist die Spritz­pistole jedoch so nutzlos wie Streusand in der Wüste.

Deshalb ist es so wichtig, der richtigen Luft­quelle die ent­sprechende Beachtung zu schenken, denn es kommt

insbesondere auf die richtige Auswahl an - und die ist sehr vielfältig. Oft kommt es zu einem Kompromiß zwischen dem was man benötigt und wieviel man auszugeben bereit ist. Die lang­lebigen und leistungs­fähigen Kompressoren kosten natur­gemäß am meisten - davon kann jeder Profi ein Lied singen. Für einen Anfänger sind die Anschaffungkosten nicht un­erheblich, denn ein Kom­pressor kann ohne weiteres mehr kosten als alles andere was er benötigt, um an den Start zu gehen.

Am Kompressor nicht zu sparen, ist die beste Empfehlung die man einem Anfänger geben kann, da man ja am Anfang nicht unbedingt weiß, auf welche Dinge man als Airbrusher zukünftig vorbereitet sein muß. Eine wirklich zuverlässige Luft­quelle kann einem viel Ärger ersparen. Ein nicht ein­ge­haltener Termin wegen Ausfall des Kompressors oder gar ein Luft-­Wassergemisch zum falschen Zeit­punkt ist das letzte was ein Profi, der ohnehin fast immer unter Zeit­druck arbeitet, gebrauchen kann.

Der Einstieg

Bei der Auswahl eines Kompressors stößt man sicherlich zuerst auf die günstigste Variante, den Membran-Kompressor. Er ist preiswert und ohne weiteres in der Lage, eine für viele Zwecke ausreichende Luft­menge be­reit­zu­stellen. Die Luft­erzeugung ge­schieht durch eine Welle, die eine Membrane bewegt und dadurch im Zylinder Luft unter Druck be­reit­stellt. Eine einfache und effiziente Mechanik, die mit einigen wenigen Teilen auskommt.

Die meisten Membran-Kompressoren sind klein, leicht und ein­fach zu trans­portieren. Aufgrund der niedrigen An­schaffungs­kosten und der verhältnis­mäßig hohen Zu­ver­lässigkeit eignen sie sich meist sehr gut für den Anfänger oder Profi, der eine verhältnis­mäßig geringe Luft­menge benötigt oder nur

selten mit der Spritzpistole arbeitet. Sofern man sich an die Anweisungen in der Bedienungs­anleitung des Her­stellers hält in der regelmäßige Pausen vor­ge­schrieben sind in denen das Gerät abkühlen kann, erreicht das Gerät eine lange Lebens­dauer. Nun aber zu den Nachteilen eines Membran-Kompressors: Die meisten besitzen weder einen Tank noch einen Abschalt-Mechanismus, sie arbeiten also ununterbrochen, egal ob gerade Luft benötigt wird oder nicht. Das Gerät ist dadurch ständiger Ab­nutzung ausgesetzt. Einige Membran-Kompressoren verfügen allerdings über ein - wenn auch begrenztes Kühlsystem, andere wiederum haben eine Abschaltautomatik, die immer dann eingreift, wenn keine Luft benötigt wird. Und es gibt auch Membran­kompressoren, die über

einen kleinen Tank verfügen. All das kann die Lebensdauer eines Membran-Kompressors erheblich verlängern. Ein weiterer Nachteil: Membran-Kompressoren können auch verhältnismäßig laut sein (Störung der Umgebung) einige vibrieren auch und manche haben sogar die Tendenz, sich nicht unerheblich hin- und herzubewegen, sobald sie eingeschaltet sind (tragisch wird es, wenn so ein Kompressor aus Unachtsamkeit vom Tisch fällt und schwer beschädigt wird).

Werden all diese Dinge berücksichtigt, kann ein Membran-Kompressor durchaus das richtige Gerät für den Einstieg sein und selbst wenn man später einmal feststellt daß die Leistung auf Dauer nicht mehr ausreicht wird man ihn für einige spezielle Anlässe noch gerne benutzen.

Der Aufstieg

Zur nächsten Kategorie gehören die Kolben- und die sogenannten Silent Kompressoren. Die meisten verfügen über einen Kolben ähnlich dem eines Automotors. Mit dessen Hilfe wird die Luft komprimiert. Diese Kom­pressoren sind erheblich effizienter als die Membran-Kompressoren.

Die sog. Silent-Kompressoren sind üblicherweise etwas teurer aber sie verfügen nicht über all die kleinen Nachteile der preiswerteren Membran-Kom­pressoren. In der höheren Leistungsklasse verfügen sie

meist über einen Lufttank und das Gerät schaltet sich automatisch ab, sobald der Tank gefüllt ist. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß der Luft­verbrauch geringer ist als die Luftleistung des Kompressors. Vorteilhaft ist die Abschaltung auch immer dann, wenn man zwischendurch mit dem Schneiden von Maskierfilm oder der Reinigung der Spritzpistole beschäftigt ist. Der Kompressor produziert nur solange Luft, bis der Luftdruck im Tank eine bestimmte Höhe (meist 6 oder 8 bar) erreicht hat. Dieses trägt auch zur längeren Lebensdauer

des Kompressors bei. Ein besonders großer Vorteil der Silent-Kompressoren ist natürlich auch das extrem ruhige Betriebsgeräusch, das meist nur 30 oder 40 dB beträgt. Die Vorteile liegen auf der Hand: das Geräusch entspricht dem eines Kühlschrank-Verdichters, Störungen der Nachbarn oder der eigenen Familie sind damit ausgeschlossen, auch wenn das Arbeitszimmer innerhalb einer Wohnung liegt. Einige sind sogar so leise, daß man sich erst mit einem Blick auf den Schalter vergewissern muß, ob sie wirklich eingeschaltet sind.

Was muß man noch bedenken?

Für welchen Kompressor Sie sich letztendlich auch immer ent­scheiden möchten wir noch auf einige Extras hinweisen, die Sie bei der Anschaffung in Betrachtung ziehen sollten. Viele dieser Extras gehören bei den teuren Geräten bereits zum Lieferumfang, andere wiederum kann man zusätzlich erwerben.

Zwei der wichtigsten Extras eines Kompressors sind ein Druck­minderer und ein Feuchtig­keits­filter. Denn sowohl ein unkontrollierter Luftdruck als auch Kondenswasser in der Luftleitung können in Sekunden ruinieren, wozu Sie Stunden benötigt haben.

Ein Druckminderer stellt sicher, daß der Arbeitsdruck immer gleichbleibend ist und ermöglicht Ihnen außerdem, diesen Druck jeweils an die von Ihnen verarbeitete Farbe anzupassen oder für Spezial­effekte zu reduzieren bzw. zu erhöhen. Mit einem Kom­pressor ohne Druckminderer fehlen Ihnen die Möglichkeiten, den Luftdruck Ihren jeweiligen Bedürfnissen anzupassen.

Sinnvoll ist der Druckminderer natürlich erst dann, wenn das Gerät auch über ein Manometer verfügt, so daß man den Druck ganz exact einstellen kann. Und da der Kompressor mit Ihrer Umgebungsluft arbeitet, die immer über einen gewissen Feuchtigkeitsanteil verfügt, kann diese Feuchtigkeit auch über den Luftschlauch transportiert werden und Ihre Arbeit entscheidend beeinträchtigen. Ein Feuchtig­keits­filter hält dieses Wasser zurück, man sollte es aber von Zeit zu Zeit nach Vorschrift bzw. Empfehlung des Herstellers ablassen - eine Angelegenheit von wenigen Sekunden. Wer einmal eine Arbeit versaut hat weil er diesen Punkt vernachlässigt hat wird sehr schnell einsehen wie wichtig dieses Extra ist.

Ein austauschbarer Luftfilter gehört bei den Silent-Kom­pressoren meistens zum Standard und trägt erheblich zur Lebensdauer des Gerätes bei. Kompressoren, die über einen eingebauten Ventilator oder über Kühlrippen am Gehäusekopf verfügen, werden ebenfalls

weniger beansprucht, denn die Hitze, die bei der Komprimierung der Luft entsteht, ist einer der größten Feinde des Gerätes. (Tip des Verfassers: ein elektrischer Tischventilator eingeschaltet hinter den Kompressor gestellt hat ebenfalls eine große Wirkung). Sie müssen bei der Anschaffung des Kompressors auch Rücksicht darauf nehmen, wie groß der Luftverbrauch der benutzten Spritzpistole ist und ob evtl. auch mehrere Spritzpistolen gleich­zeitig be­trie­ben wer­den sollen (wenn Sie z. B. Schulungen geben o.ä.). Dann sollten Sie einen Kompressor mit höherer Kapazität und größerem Lufttank wählen.

Kompressoren können keine Wunder vollbringen aber es zahlt sich langfristig immer aus, das richtige Gerät für den entsprechenden Bedarf zu wählen, denn ein Fehlkauf ist auch in diesem Fall teuer. Bitte denken Sie an den alten aber immer noch gültigen Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Die Meistgekauften

es ist eine Tatsache, daß WERTHER Kompressoren die meistgekauften in Europa und in den USA sind. Alle Silent-Kompressoren sind mit einem Motor-Überlast­schutz aus­ge­rüstet, der den Motor sofort anhält, wenn die Betriebs­temperatur über 100°C ansteigt. Alle Geräte sind TÜV-geprüft und haben das allseits anerkannte GS-Zeichen.

Die Bauteile der WERTHER Kompressoren haben sich bereits mehr als 100.000-fach bewährt. Deshalb leisten wir auf alle Silent-Kompressoren eine

Garantie von 24 Monaten gemäß der Garantiebedingungen, die jedem Gerät beiliegen. Jedem Gerät liegt auch eine detaillierte Bedienungsanleitung bei. Das Öl ist bei den Silent-Kompressoren meist nicht eingefüllt, die erforderlich Menge wird jedoch mitgeliefert und ist in Sekunden (detailliert in der Be­dienungs­an­leitung be­schrieben) eingefüllt.

Bei den Automatik-Geräten schaltet sich der Kompressor selbsttätig ab, wenn der maximale Kesseldruck erreicht wurde. Sinkt der Vorratsdruck (je

nach Kompressor-Typ 6 oder 8 bar), schaltet die Automatik den Kompressor wieder ein. Generell kann man keine Aussage dazu machen, wieviele Spritzpistolen gleichzeitig von den jeweiligen Kompressoren-Typen betrieben werden können. Dieses hängt zum einen von der Düsengröße aber auch von der allgemeinen Nutzungdauer ab. Wir beraten Sie gerne persönlich.

Bitte entnehmen Sie die genauen Daten unserem Kompressoren-Katalog.

Kaltenkirchen, im Juni 2007


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